Quelle: www.tsgquirinus.de/aktuelles/neuigkeiten/
24 Stunden im Tag einer Turniertänzerin verlangen Ausdauer. Die Formationsgemeinschaft des TTC Mönchengladbach-Rheydt und der TSG Quirinus Neuss bestritt das vierte und vorletzte Turnier der Saison der Oberliga West I. Die Erwartungen lagen hoch, nachdem die Mannschaft im lateinamerikanischen Tanzen mitunter die perfekte Wertung erhielt und auf den drei ersten Turnieren jeweils auf den ersten Platz landete. Nun sollte der Goldrausch in Herford fortgesetzt werden.
Hannah Baumann (29) erzählt ihre Erlebnisse eines langen Tages:
8.45 Uhr: Mein Wecker ist schon lange wieder still. Ich stehe mit gepackten Taschen in Neuss, wo ich mich am für ein Wochenende frühen
Morgen mit meinem Team treffe, um mit dem Bus nach Herford zum Turnier der Oberliga West I zu fahren. Einen Zwischenhalt legen wir in Bochum ein, um die Mannschaft des VfL abzuholen, da wir uns den Bus teilen. Obwohl wir Konkurrenten sind, ist es eine schöne und lustige Busfahrt, die endet, als wir in Herford, unweit von Bielefeld gelegen, ankommen.
11.30 Uhr: Wir als Formationsgemeinschaft Mönchengladbach Neuss beziehen unsere Kabine und beginnen, uns schon einmal fertig zu machen: Haare, Schminke, das volle Programm. Doch die Stellprobe lässt nicht lange auf sich warten, da vor dem Turnier unserer Oberliga noch die zweite Bundesliga der Standardformationen ausgetragen wird und bis zum Publikumseinlass alle Mannschaften die Fläche ausprobiert haben müssen.
15.15 Uhr: Ungewohnt und doch solide ist das Eintanzen, denn die Fläche besteht aus unregelmäßig großen Parkett-Platten, sodass die Orientierung schwer fällt. Mir passiert auch noch das Malheur, hinzufallen, zum Glück nicht böse. Anschließend bereiten wir uns weiter auf das Turnier vor, das erst in den Abendstunden um halb acht starten soll. Nachdem alle geschminkt sind, gehen wir aber noch zwei Runden spazieren, um uns mental auf die Vorrunde vorzubereiten, die dann mit etwas Verspätung endlich losgeht.
19.45 Uhr: Wie immer geben sich die Herforder Mühe. Die Fläche ist besonders ausgeleuchtet und ein Intro geleitet jede Mannschaft zum Rand der Tanzfläche. Die Vorrunde ist meiner Einschätzung nach ganz gut gelaufen, eine Steigerung nach oben ist aber noch möglich. Auch wenn alle damit gerechnet haben, ist die Freude groß, als wir erfahren, dass das große Finale erreicht ist. Als wir tanzen, fühle ich mich gut, das Team fühlt sich gut. Auch wenn das Publikum in Herford traditionsgemäß eher still ist, ist die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft geschlossen und positiv. Auch dieses Mal können wir das Ergebnis bestätigen. Die Wertung lautet: 1 1 1 1 2.
22.30 Uhr: Schließlich heißt es verschnaufen, das Turnieroutfit ausziehen, frisch machen. Nach dem tollen Turnier nutzen wir die Chance,
auf der After-Show-Party die Korken knallen zu lassen, denn unser Tänzer Ralf feiert in seinen Geburtstag rein.
1.00 Uhr: Der Bus steht bereit zur Abfahrt. Wir sind auf dem Rückweg nach Neuss. Nachdem wir die Bochumer Mannschaft „nach Hause“ gefahren haben, kommen wir um halb vier in Neuss an. Doch ich muss noch weiterfahren.
4.30 Uhr: Endlich zu Hause. Ein langer Tag neigt sich dem Ende, das Bett ruft.
Bilder: Verein TSG Quirinus e.V.